Valhalla
Hoch über der Menschenwelt, versteckt hinter den glänzenden Mauern von Asgard, erhebt sich Walhalla wie eine uneinnehmbare Festung. Sein Dach ist aus goldenen Schilden geschmiedet, und seine Wände triefen von der rohen Kraft der Schlacht, gebaut aus Speeren, die auf unzähligen Schlachtfeldern Fleisch und Knochen durchbohrt haben. In der Mitte der Halle steht Odins Thron und daneben befindet sich ein außergewöhnliches Schachspiel, das in der Reflexion von Odins Auge glänzt. Der weise Gott blickt mit einem Blick über seine gefallenen Helden, der weit über Leben und Tod hinausblickt.
Durch seine 540 Türen strömen die einherjerne – die auserwählten Krieger, die bis zum letzten Atemzug gekämpft und geblutet haben. Die Walküren haben sie hierher geführt, durch Sturm und Schatten, und nun feiern sie, spielen Schach und trinken Met aus dem bodenlosen Horn, während die Gesänge der Skalden die Luft erfüllen.
Aber das Fest ist nicht ewig sorglos, denn jeden Tag, bei den ersten Sonnenstrahlen, erheben sich die Einherjer von ihren Bänken und greifen zu den Waffen. Sie stürzen sich in brutalen Kämpfen aufeinander, Schilde zersplittern und der Boden ist rot mit Blut befleckt. Doch wenn die Dämmerung hereinbricht, sind sie wieder gesund – bereit für eine weitere Nacht mit Met, Geschichten und Lachen, denn nur die Stärksten können Odins Halle bewohnen.
Für einen Tag öffnen sich die Tore von Walhalla zum letzten Mal. Wenn Ragnarök näher rückt, werden 800 Krieger Schulter an Schulter durch jedes Tor marschieren, bereit, an der Seite der Götter im letzten Krieg zu kämpfen. Sie kennen ihr Schicksal – aber sie fürchten es nicht.
